27.07.2015

«Vieles verändert sich, die DNA von guter Werbung aber nicht»

Der Leading Swiss Agencies (früher: "bsw best swiss leading agencies") hat eine neue Geschäftsführerin: Catherine Purgly. Im Interview mit persoenlich.com erklärt sie ihre Vision für den Verband.

Frau Purgly, herzliche Gratulation zu Ihrer neuen Tätigkeit. Warum haben Sie sich als Geschäftsführerin beim bsw beworben?
Ich musste mir das nicht lange überlegen. Nach über 20 Jahren in Agenturen freue ich mich sehr, für die Werbebrache auf Verbandsebene aktiv zu werden. Geschäftsführerin der Leading Swiss Agencies ist ein spannender und vielseitiger Job. Wir sind wie ein Kleinunternehmen aufgestellt, mit einem hervorragendem Team und einem starken Vorstand. Das macht Spass.

Sie waren früher lange Zeit auf Agenturseite tätig. Wie erleben Sie die Schweizer Werbelandschaft momentan?
Wie fast jeder Wirtschaftszweig steht auch die Werbeindustrie vor grossen Herausforderungen. Die Digitalisierung der Kommunikationskanäle, der zunehmende Wettbewerb und der Preisdruck treiben den Wandel an. Vieles verändert sich, die DNA von guter Werbung aber nicht: Um wirklich erfolgreich zu sein, sind auch in Zukunft starke kreative Ideen und ein Bekenntnis zu professioneller Markenführung unerlässlich. Die Aufgaben einer Werbeagentur sind ohne Zweifel anspruchsvoller geworden. Die Qualität steigt – das verlangte Knowhow auch. Wir setzen alles daran, dass die Auftraggeber dies auch entsprechend honorieren.

Haben Sie schon bestimmte Pläne und Projekte ins Auge gefasst?
Wir haben uns bereits in den letzten Jahren stark verbreitert und die Zahl der Mitglieder von 48 auf 73 gesteigert. Dieser Prozess wird weitergehen. Das heisst, wir werden weiterhin neue Mitglieder aus den Bereichen Digital, Branding und Corporate Communications aufnehmen. Der Verband wird sich in Zukunft noch stärker als Repräsentant aller führenden Kommunikationsagenturen der Schweiz positionieren. Um diesen Wandel auch an der Oberfläche deutlicher zum Ausdruck zu bringen, haben wir uns vom Kürzel bsw getrennt und nennen uns neu Leading Swiss Agencies.

Auf der bsw-Geschäftsstelle arbeiten nun neu ausschliesslich Frauen. Wie wirkt sich dies in der täglichen Arbeit aus?
Wenn unsere Geschäftsstelle ein reiner Männerclub wäre, würden Sie mir diese Frage wohl nicht stellen. Nein, ich glaube nicht, dass sich etwas ändert. Gut, vielleicht stehen häufiger ein paar frische Blumen im Sitzungszimmer – und ja, einen Mikrowellen-Ofen für unsere Küche werden wir auch anschaffen.

Sie haben sich nun bereits einige Wochen auf der bsw-Geschäftsstelle "eingearbeitet“. Was hat Sie dabei am meisten überrascht?
Überrascht hat mich eigentlich nichts. Ich konnte aber in den letzten Wochen ein gutes Gefühl dafür entwickeln, wie vielfältig das Aufgabenspektrum der Geschäftsstelle ist. Wir kümmern uns zum Beispiel intensiv um die Aus- und Weiterbildung der Branche, definieren Branchenstandards und setzen diese durch, führen Marktstudien durch und sorgen für einen effizienten Informationsfluss zwischen den einzelnen Agenturen.

Wenn Sie ein Agenturinhaber fragt, warum er Mitglied des lsa werden soll. Was antworten Sie?
Dass es für ihn in diesen Zeiten des schnellen Wandels unerlässlich ist, einen starken Verband im Rücken zu wissen, der die Anliegen der Branche glaubwürdig, professionell und kraftvoll gegen Innen, gegenüber Auftraggebern und gegenüber der Öffentlichkeit vertritt. Dazu bieten wir ihm eine Vielzahl von Dienstleistungen und Tools an, um professioneller und erfolgreicher zu arbeiten sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung oder zum Meinungsaustausch untereinander.

Interview: Matthias Ackeret

Textquelle: Persoenlich.com